„Das Gefühl verdächtige ich nicht, falsch zu sein.“

Zitat: Luc de Clapiers (1715-1747), franz. Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Was damals noch eine Vermutung aufgrund von Beobachtung war, ist heute auch wissenschaftlich belegt. Gefühle sind echt.

Aber was sind Gefühle eigentlich? Wo kommen sie her und sind sie auch ehrlich?

Grob könnte man Gefühle in zwei Kategorien sortieren:

  • angenehm
  • unangenehm

Man könnte geneigt sein diese beiden Kategorien mit ‚richtig‘ und ‚falsch‘ zu verwechseln, denn die einen lassen uns am Leben teilhaben und die anderen isolieren uns.

Angenehme Gefühle wie Freude, Zufriedenheit, Sorglosigkeit und Gelassenheit erzeugen in uns angenehme Gefühle, wir genießen deren Anwesenheit. Sie lassen uns gut fühlen und sind jederzeit willkommen. Diese Gefühle teilen wir gerne mit anderen und es verleiht uns einen extra Schub an Energie. Wir fühlen uns wohl in unserer Haut und die Aura, die uns umgibt, zieht Menschen in unserer Umgebung an.

Unangenehme Gefühle wie Ärger, Angst, Traurigkeit und Hoffungslosigkeit machen genau das Gegenteil. Sie lassen uns schlecht fühlen, sie entziehen uns unsere Kraft. Sie machen, dass wir uns an einen Ort der Sicherheit zurückziehen. Ob das nun ein Mensch ist, ein Ort oder eine Gewohnheit. Diese Gefühle zeigen unsere Verletzlichkeit, weshalb wir den Drang verspüren uns zu distanzieren und zu schützen.

Um nicht zu sehr mit (neuro)wissenschaftlichen Vorgängen zu langeweilen, möchte ich die Ursprünge von Emotionen im Körper nur beispielhaft erwähnen. Sowohl Erinnerungen, erlerntes Verhalten, als auch äußere Umstände, organische Vorgänge und auch Reaktionen im Gehirn selbst können unser subjektiv empfundenes Gefühl auslösen.

Gefühle sind so komplex, dass sich deren Herkunft häufig nicht klar herausfiltern lässt. Klar ist, meistens haben sie etwas mit uns zu tun. Mit dem was wir erlebt haben und vor allem, was wir mit dem Erlebten verbinden.

Nun kommen wir noch zu der letzten Frage: Sind unsere Gefühle ehrlich?

Grundsätzlich schon. Unsere Gefühle sind wie Wegweiser. Sie machen uns auf die Dinge aufmerksam, die uns etwas bedeuten. Egal ob Angst, Trauer oder Glück, nur Dinge zu denen wir einen besonderen Bezug haben, lösen Gefühle in uns aus. Umso wichtiger die Sache, desto intensiver das Gefühl.

Manchmal ist es allerdings so, dass wir durch erlerntes Verhalten ein Gefühl durch ein anderes abgelöst haben. Es könnte also sein, dass wir Wut empfinden, aber eigentlich traurig sind. Oder wir gerührt sind, uns aber zusammenreißen und kein Gefühl zulassen. Oder wir wütend sind und trotzdem lächeln und Zufriedenheit ausstrahlen.

Wir haben gelernt, dass ein bestimmtes Gefühl nicht erwünscht ist. Wir haben vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht, sodass das neue Gefühle uns schützt erneut Schmerzhaftes zu erleben. Also weist uns in diesen Momenten das neue Gefühl einen Weg der Sicherheit. Jedoch auf Kosten der eigenen Bedürfnisse.

Deshalb ist es immer wichtig zu prüfen, ob das was ich fühle ein Wegweiser für Sicherheit ohne Schmerz ist. Uns ob sich unter diesem Gefühl nicht eine verborgene Angst verbrigt, sich selbst einer persönlichen Herausforderung zu stellen.

Egal ob Sicherheit oder persönliche Bedürfnisse, unsere Gefühle sind die wertvollsten Hinweise für ein erfülltest und glückliches Leben. Es lohnt sich, gerade die Unangenehmen Gefühle für einen Moment willkommen zu heißen und kritisch zu hinterfragen, warum sie jetzt gerade da sind. Genau an diesen Stellen können wir so viel über uns lernen, was uns in Zukunft weitere unangenehme Gefühle dieser Art erspart! 🙂

×