Wenn du dich nur noch im Kreis drehst, ist es an der Zeit, aus der Reihe zu tanzen

„Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiterlaufen.“ Das ist der Satz, den meine Hebamme nach der Geburt meiner Tochter unentwegt zitierte. Genau das bedeutet Mutter sein. Genau das bedeutet Leben.

Liegen bleiben ist keine Lösung. Aber was ist, wenn ‚man‘ einfach nicht mehr kann?

In der letzten Woche stellte ich die Frage, wann der Zeitpunkt für Veränderung gekommen ist. Spätestens wenn wir erschöpft oder ausgebrannt sind, haben wir den Punkt der Veränderung schon lange überschritten. Was jetzt?

Muster durchschauen

Wenn wir uns immer wieder dabei erwischen, an dem gleichen Projekt zu scheitern, lohnt sich ein genauer Blick auf unsere Vorgehensweise.

Ein klassisches Beispiel im Elternalltag:

Es ist Kita-Zeit. Das Kind muss noch angezogen werden und stellt sich quer. Es rennt weg und wenn wir es eingeholt habe, fängt es an zu lachen, reißt sich wieder los und es beginnt von vorne. In uns wächst der Zeitdruck und es schwindet die Geduld. Die Stimmung kippt, Wut und Ärger stehen im Raum, das Kind beginnt zu weinen und die Katastrophe nimmt seinen Lauf. Resultat: Alle unglücklich.

Wenn wir uns immer wieder mit der gleichen Situation konfrontiert sehen, neigen wir in Situationen „wo der Hammer nicht funktioniert“ einfach einen „größeren“ zu nehmen. Noch wehementer versuchen wir unseren Wunsch verzweifelt durchzusetzen. Aber wie sinnvoll ist das?

Der größerere Hammer wird den Nagel auch nicht in der Wand versenken, eher machen wir den Nagel selbst kaputt.

Deshalb steht der heute Impuls im Zeichen des Ausprobierens. Wenn Dinge nicht so funktionieren, wie du es dir wünscht, so versuche das Muster zu durchbrechen. Mache dir klar, dass du deine Ziele nicht mit Gewalt erreichen kannst. Zumindest nicht ohne Schäden zu hinterlassen.

Stattdessen:

  • höre ich dich hinein,
  • atme ein, lange und langsam aus,
  • versuche die Situation aus der Distanz zu betrachen,
  • übe dich in Empathie für dich und alle anderen in der Situation
  • und probiere etwas Neues.

Und wenn du erfolgreich bist, dann bleibe dabei.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass wir manchmal einfach in unseren Gewohnheiten feststecken, die uns vielleicht an manchen Stellen in unserem Leben ans Ziel gebracht haben, aber langfristig unglücklich machen und uns somit die Energie entziehen.

Wenn du also im Leben irgendwo feststeckst, dann steh auf und gehe nicht weiter. Schmeiß die Krone weg und fang an zu tanzen.

„Wann ist der richtige Augenblick für Veränderung?“

Spätestens nach Eckhart Tolle kennen wir alle die Antwort auf diese Frage: Jetzt.

Warum stecken dann trotzdem so viele von uns in ihrem Unglück fest?

Liegt es wirklich daran, dass wir nicht genug meditieren, Yoga praktizieren und atmen?

Ich behaupte, dass Entspannungsmethoden dich nicht alleinig zu deinem Glück bringen. Dafür gibt es viel zu viele Hindernisse denen du gegenüberstehen, welche sich nicht mit Yoga überwinden lassen.

Ich spreche von Ängsten, fehlender Unterstützung, mangelndem Selbstvertrauen uvm. Durch Meditation gesellen sich eben nicht die Menschen zu dir, die dir guttun. Das soll nicht heißen, dass all diese Werkzeuge unbrauchbar sind. Sie machen eben nur ein Teil der Veränderung aus.

Stattdessen geht es darum sich zunächst die Hindernisse anzusehen, um dann ein passendes Werkzeug auszuwählen. Wer die Wohnung renovieren möchte, läuft schließlich auch nicht gleich mit dem Pinsel los und malt los.

Welche Hindernisse stehen uns also auf dem Weg der Veränderung im Weg?

  1. Angst vor Veränderung ( Ungewissheit, Angst vorm Scheitern)
  2. Fehlende Ressourcen ( Soziale Unterstützung, fianzielle/zeitliche Mittel)
  3. Gewohnheiten (Unangemessen/Schädlich, Konditionierung)
  4. Mangel an Selbstvertrauen (geringes Selbstwergefühl, Selbstkritik)
  5. Glaube an Veränderung (gelernte Hoffnungslosigkeit, Denkmuster)
  6. Überforderung (zu viel Veränderung, Mangel an Planung/Zielen)
  7. fehlende Motivation /falsche Prioritäten
  8. externe Faktoren (soziale/gesellschaftlicheAblehnung)

Das ist ein ganzer Berg an Gründen, der dir den Weg zu deinem Glück versperrt. Deshalb fällt es manchen von uns so schwer Veränderung herbeiführen zu können.

Zurück zur Eingangsfrage: Wann ist der beste Zeitpunkt für Veränderung?

  • Sobald der Leidensdruck so belastend ist, dass die Situation dringend einer Änderung bedarf. Wenn im direkten Umfeld so viel Unruhe, Ärger, Überforderung und Leid herrscht, sodass die Anforderungen nicht mehr bezwungen werden können. (extrinsisch)

und/oder

  • Sobald der Veränderungsdruck so groß ist, dass von innen heraus der Wunsch entsteht Veränderung herbeizuführen. Wenn die Situation grundsätzlich akzeptabel ist, der Idee nach etwas Neuem aber so verführerisch ist, dass man der Neugierde nachgehen möchte. (intrinisch)

Ob psychische, soziale oder wirtschaftliche Hürden im Raum stehen. Ob extrinsisch oder intrinsisch motiviert. Der Weg der Veränderung erfordert oft viel Mut, die Bereitschaft zur Veränderung, das richtige Maß an Motivation und manchmal eben auch professionelle Unterstützung, um den ersten Schritt zu wagen.

Love it, leave it or change it!

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